Pierre Gasly hat große Pläne: Alpine strebt nach dem Sommer einen Platz unter den Top-Teams an
Bei Alpine hat sich der Ton geändert. Und auf der Rennstrecke ebenfalls. Nach einem deutlich solideren Saisonstart 2026 als erwartet macht Pierre Gasly keinen Hehl mehr aus seinen Ambitionen: das Team an die Spitzengruppe heranzuführen … schon in diesem Jahr.
Noch vor wenigen Monaten bildete Alpine das Schlusslicht der Meisterschaft. Im Jahr 2025 waren es nur 22 Punkte in 24 Rennen: eine Bilanz, die man lieber vergessen möchte.
Doch der Trend hat sich umgekehrt. Mit bereits 15 Punkten aus drei Rennen im Jahr 2026 zeigt sich der A526 deutlich konkurrenzfähiger. Noch kein Maßstab, aber eindeutig eine solide Arbeitsgrundlage.
Und vor allem eine wiedergewonnene Konstanz, unabhängig von der Art der Rennstrecke.
Pierre Gasly lässt sich davon jedoch nicht mitreißen. Der Franzose weiß, dass es noch ein langer Weg ist, bis man Ferrari oder McLaren einholen kann. „Ich glaube nicht, dass das innerhalb eines Monats passieren wird.“ Aber das Ziel ist gesetzt.
„Ich würde mir wünschen, dass wir nach der Sommerpause eine etwas wichtigere Rolle in dieser Gruppe mit McLaren und Ferrari spielen.“
Ehrgeizig? Ja. Unrealistisch? Nicht unbedingt, wenn man dem französischen Fahrer zuhört.
Suzuka, Aufdecker der Abstände
Beim Grand Prix von Japan hielt Gasly gegen Max Verstappen stand und behielt seine Position. Eine solide Verteidigung, die jedoch nicht über das Wesentliche hinwegtäuscht: Der Abstand zu den Spitzenreitern ist nach wie vor deutlich spürbar.
„Sieben Sekunden über 28 Runden entsprechen drei Zehntelsekunden, und ich denke, darauf muss man sich konzentrieren.“
So formuliert sind das „nur“ ein paar Zehntel. In der Formel 1 ist das eine Welt.
Die Diagnose steht fest: Der A526 ist im Rennen noch zu schwierig zu fahren. „Das Auto war etwas launisch, ich fühlte mich nicht so wohl wie im Qualifying. Ich hatte bei hohen Geschwindigkeiten etwas zu kämpfen, was derzeit eine unserer Schwächen ist.“
Das heißt: Das Potenzial ist da, aber über die Dauer eines Stints schwer auszuschöpfen. Und genau hier machen die Top-Teams den Unterschied.
Ein großer Vorteil… bereits geklärt
Gute Nachrichten für Alpine: Die Frage nach dem Motor stellt sich nicht mehr. Mit einem Mercedes-Motor im Heck verfügt das Team über einen Maßstab in der Startaufstellung.
„Wir wissen, dass wir uns keine Sorgen um den Antriebsstrang machen müssen.“
Der Fokus liegt also woanders: Aerodynamik, Balance, Leistungsausbeute. „Wir müssen uns einfach auf unser Chassis konzentrieren. Ich denke, wir haben eine gute Basis, die es nur zu verbessern gilt.“
Endlich ein vielseitiges Auto
Ein weiteres ermutigendes Zeichen: Der Rennwagen scheint sich überall wohlzufühlen.
Top 10 in Australien, solide in China, beständig in Suzuka… Alpine erfüllt nun die Kriterien, die im letzten Jahr noch offen waren. „Das Auto scheint auf allen Arten von Rennstrecken gut zu funktionieren.“
Das verschafft Enstone etwas Luft – und vor allem Selbstvertrauen.
Die Wochen bis Miami werden kein Urlaub sein. Sie gleichen eher einer strategischen Zielgeraden, um aus diesem Saisonstart Kapital zu schlagen. Und wenn sich dieser Kurs bestätigt, könnte die zweite Saisonhälfte durchaus eine neue Dimension erreichen. Alle Hoffnungen sind erlaubt…