Russell, Verstappen, Leclerc und Lawson im Visier der Rennkommissare nach dem Grand Prix von Miami
Das Rennen in Miami bot zwar bereits jede Menge Überraschungen – zwischen Drehern, kraftvollen Aufholjagden und unglücklichen Strategieentscheidungen –, doch auch die Zeit nach dem Rennen verspricht ebenso spannend zu werden. Die Rennkommissare haben ihre Stifte offensichtlich noch nicht weggelegt.
Vier Fälle liegen auf dem Tisch, und zwar nicht die unbedeutendsten: Mehrere betroffene Fahrer landeten in den Punkten. Das heißt, dass sich die endgültige Wertung noch ändern könnte… und mit ihr auch die Stimmung im Fahrerlager.
Erster Fall, der geprüft wird: die Auseinandersetzung zwischen George Russell und Max Verstappen in den letzten Runden. In der 55. Runde versuchte der Brite einen Angriff auf den Niederländer. Das Ergebnis: ein leichter Kontakt und ein Mercedes, der schließlich Funken sprühte – im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein Vorfall, der symptomatisch für ein Rennen war, in dem jeder bis an die Grenzen ging, wobei Verstappen selbst nach seinem Dreher beim Start bereits im Aufholmodus war. Der Red-Bull-Pilot, der ein offensives Rennen fuhr, könnte jedoch sein Ergebnis gefährden… denn auch er steht im Fokus.
Der vierfache Weltmeister steht im Verdacht, nach seinem Boxenstopp die weiße Linie beim Verlassen der Boxengasse überfahren zu haben. Ein Detail? In der Formel 1 selten. Und in einem so engen Rennen zählt jeder Millimeter.
Doch derjenige, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist Charles Leclerc. Der Monegasse, der im Rennen bereits Pech hatte – fragwürdige Strategie, langsamer Boxenstopp, dann ein Dreher am Ende des Rennens –, könnte einen noch schwereren Sonntag erleben.
Mehrere Untersuchungen richten sich gegen ihn:
Ein chaotisches Rennende, ganz im Sinne seiner Frustration über Funk. Schlimmeres Timing hätte es kaum geben können.
Schließlich wird auch die Kollision beim Start zwischen Liam Lawson und Pierre Gasly – die mit einem spektakulären Überschlag des Alpine-Piloten endete – untersucht. Ein schwerwiegender Vorfall, der sofort den Safety Car auf die Strecke brachte und die strategischen Karten neu mischte.
Die Fahrer wurden ab 15:00 Uhr Ortszeit (21:00 Uhr in Frankreich) vorgeladen, und die Entscheidungen dürften im Laufe des Abends fallen.
Da mehrere Fahrer aus den Top 10 betroffen sind, könnten die Strafen einen direkten Einfluss auf die Endwertung haben… und möglicherweise auch auf den Verlauf der Meisterschaft.
Kurz gesagt: In Miami war die karierte Flagge vielleicht nicht wirklich die Ziellinie.