Ferrari kommt nicht nach Miami, um nur mitzulaufen. Die Scuderia bereitet ein umfangreiches Upgrade-Paket vor, dessen Highlight eine neue Version ihres rotierenden Heckflügels ist – den das Fahrerlager schnell „Macarena“ getauft hat. Ja, er tanzt immer noch … aber jetzt mit etwas mehr Schwung.
Der durcheinandergebrachte Kalender – mit den Absagen im Nahen Osten – hat einen seltenen Luxus beschert: Zeit. Und in der Formel 1 bedeutet Zeit potenzielles Leistungspotenzial.
Alle Teams haben ihre Pläne überarbeitet und die Einführung ihrer Neuerungen verschoben. Das Ergebnis: Miami verspricht, ein technischer Wendepunkt zu werden. Und Ferrari hat diese Wochen nicht damit verbracht, die Wolken über Maranello zu betrachten.
Monza als diskretes Testlabor
Anstatt im Windkanal zu bleiben, nutzte die Scuderia die Strecke des Autodromo Nazionale Monza für einen Drehtag. Offiziell für Marketingzwecke gedacht, inoffiziell sehr nützlich, um Lösungen unter realen Bedingungen zu validieren – innerhalb der zulässigen 200 km.
Und selbst hinter verschlossenen Türen (oder fast) waren die Tifosi da. Denn einen Ferrari in Monza fahren zu sehen, auch ohne Zeitmessung, bleibt ein kleines Ereignis.
Der schwenkbare Heckflügel ist keine absolute Neuheit. Nachdem er bereits in Bahrain und dann kurz in China zu sehen war, beginnt er nun eine neue Entwicklungsphase.
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Diese überarbeitete Version weist mehrere bemerkenswerte Weiterentwicklungen auf:
- eine eckigere Endplattengeometrie
- ein neu positionierter Aktuator, der stärker geneigt ist und näher an der Hauptebene liegt
- neu gestaltete Streben, die nun in die Strömungssteuerung eingebunden sind
- die Hinzufügung eines kleinen vertikalen Elements oberhalb der beweglichen Klappe
Für das bloße Auge nichts Spektakuläres, aber in der Aerodynamik sind es oft diese Details, die den Unterschied zwischen einer guten Idee … und einer wirklich effizienten Lösung ausmachen.
Die Strömung bearbeiten, überall und jederzeit
Ferrari hat sich ganz klar auf einen Schlüsselbereich konzentriert: die Strömungssteuerung um den Heckflügel und dessen Enden. Durch die Variation von Volumen und dreidimensionalen Formen soll die entweichende Luft präziser gesteuert – und damit die Gesamteffizienz maximiert – werden.
Die gleiche Logik gilt für den Bereich um das Cockpit, wo kleine Flügel am Halo wieder zum Einsatz kommen, um die Turbulenzen um den Helm herum zu kanalisieren. Ein Detail, das bereits von Red Bull genutzt wurde – ein Beweis dafür, dass sich gute Ideen schnell verbreiten.
Ein Paket, das über den Heckflügel hinausgeht
Dieser Heckflügel ist nur die Spitze des Eisbergs. Ferrari plant außerdem Weiterentwicklungen an:
- dem Frontflügel
- dem flachen Unterboden
Zwei äußerst sensible Bereiche im aktuellen Regelwerk, in denen jeder Millimeter das Gesamtgleichgewicht des Autos beeinflussen kann.
Ziel: den Rückstand verkürzen
Angesichts von Mercedes und einer immer schärferen Konkurrenz – darunter auch McLaren, von dem ebenfalls ein starkes Paket erwartet wird – spielt Ferrari in Miami eine wichtige Karte aus.
Was dabei besonders auffällt, ist die Vorgehensweise. Die erste Version der „Macarena“ diente dazu, das Konzept zu validieren. Diese zielt eher darauf ab, es voll auszuschöpfen. Wie auch immer, das wird sich in Miami zeigen.