BYD bekräftigt sein Interesse an der Formel 1: Bald ein chinesisches Team in der Königsklasse?

BYD bekräftigt sein Interesse an der Formel 1: Bald ein chinesisches Team in der Königsklasse?
Bildnachweis: Rencontre entre Mohammed Ben Sulayem, président de la FIA, et Stefano Domenicali, PDG de la F1, au Grand Prix du Qatar 2025. Crédit photo Overtake Agency / Romain Mathon

Die Formel 1 zieht seit jeher die großen Namen der Automobilbranche an. Doch in letzter Zeit klopfen vor allem die neuen Giganten an die Tür. Und der jüngste Neuzugang ist nicht nur zum Mitmachen da: BYD.

Die Information ist kein Gerücht aus dem Fahrerlager mehr. Stella Li, Vizepräsidentin des chinesischen Herstellers, hat regelmäßige Gespräche mit Stefano Domenicali, dem Chef der Formel 1, bestätigt.

Ein Treffen fand insbesondere in Shanghai am Rande des Grand Prix von China statt. Und den Aussagen zufolge geht es bereits weit über ein einfaches „Wir bleiben in Kontakt“ hinaus.

BYD prüft konkret die Möglichkeiten für einen Einstieg in die Formel 1. Wie? Das ist noch unklar. Aber das Interesse ist sehr real.

Ein Industriegigant, der schnell vorankommt

Auch wenn der Name in der Formel 1 noch recht neu erscheint, hat er in der Branche doch großes Gewicht. BYD ist heute weltweit führend bei Elektrofahrzeugen, noch vor Tesla.

Mit beträchtlichen Ressourcen und rasantem Wachstum verfügt der Konzern über die nötigen Mittel, um seine Ambitionen zu verwirklichen. Bleibt abzuwarten, in welcher Form er in die F1 einsteigen könnte:

  • ein komplettes Team?
  • ein Motorenhersteller?
  • ein wichtiger technischer oder kommerzieller Partner?

Derzeit sind alle Optionen offen.

Eine Formel 1 im Einklang mit ihrer DNA

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Seit diesem Jahr hat die F1 auf noch stärker hybride Antriebseinheiten umgestellt, mit einer Aufteilung von fast 50/50 zwischen Elektro- und Verbrennungsantrieb, die mit nachhaltigen Kraftstoffen betrieben werden.

Mit anderen Worten: ein Spielfeld, das perfekt auf das Know-how von BYD abgestimmt ist, das sowohl rein elektrische als auch Plug-in-Hybridfahrzeuge entwickelt.

Hinter dem bekundeten Interesse steckt auch eine Logik: die eigenen Technologien in der anspruchsvollsten Umgebung des Motorsports zu testen.

Die Tür ist nicht verschlossen… ganz im Gegenteil

Seitens der Verbände ist die Botschaft ziemlich klar. Mohammed Ben Sulayem, Präsident der Fédération Internationale de l'Automobile, hat sich bereits positiv zur Aufnahme eines neuen Teams geäußert – unter der Voraussetzung, dass es einen echten Mehrwert bringt.

Es kommt nicht in Frage, das Starterfeld „nur zum Schein“ zu vergrößern. Aber ein strategischer Einstieg, insbesondere in einen so riesigen Markt wie China, erfüllt viele Kriterien.

Ein Starterfeld, das sich weiterentwickelt

Die F1 zählt in diesem Jahr mit dem Einstieg von Cadillac, unterstützt von General Motors, bereits 11 Teams. Ein strukturiertes Projekt mit einem schrittweisen Aufstieg zum Status eines Werksteams.

Vor diesem Hintergrund ist die Idee eines 12. Teams kein Tabu mehr. Sie wird sogar glaubwürdig … sofern das Konzept solide ist.

Mehr als nur eine Frage des Geschäfts

Das Interesse von BYD geht über eine reine Marketingmaßnahme hinaus. Die F1 steht heute am Scheideweg zwischen Leistung, Innovation und Energiewende.

Und für einen Hersteller, der weltweit stark expandiert, gibt es kaum ein besseres Schaufenster.

Nun, noch ist es nicht so weit, dass wir einen rot-weißen BYD-Rennwagen in der Startaufstellung sehen. Aber die Gespräche sind angelaufen, die Rahmenbedingungen sind günstig, und die Türen stehen offen.

In der Formel 1 beginnen große Geschichten oft so: ein Treffen, ein paar Gespräche… und jede Menge Ehrgeiz.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Geschichte bis zum Ende durchgezogen wird.