Kimi Antonelli zu Tränen gerührt nach seinem ersten F1-Sieg: „Ich bin sprachlos“
Andrea Kimi Antonelli sicherte sich nach einem perfekt kontrollierten Rennen den Sieg beim Großen Preis von China und feierte damit bereits bei seinem zweiten Einsatz für Mercedes den ersten Sieg seiner Formel-1-Karriere. Von Emotionen überwältigt genoss der Italiener diesen historischen Moment im Ziel gemeinsam mit seinem Team, unter den gerührten Blicken von Toto Wolff… und seinem Vater.
Kaum hatte er die Ziellinie überquert, kochte es im Mercedes-Funk. Kimi Antonelli hielt sich nicht zurück. „YES! YES! YES YES YES! We did it, we did it, we did it!“
Der Rookie hat gerade den ersten Sieg seiner Formel-1-Karriere eingefahren… bereits in seinem zweiten Rennen.
Wenige Augenblicke später, als er seinen Rennwagen an der Startlinie abstellt, ist die Emotion noch immer spürbar. „Danke, ihr habt mir geholfen, meine Träume zu verwirklichen“, sagt er zu seinem Team.
Antonelli schüttelt im Cockpit den Kopf, immer noch ungläubig. Die Szene ist symbolträchtig: An seiner Seite stehen George Russell… und Lewis Hamilton, der Mann, dessen Platz er diesen Winter bei Mercedes eingenommen hat.
Der Italiener klettert dann auf seinen Rennwagen, die Arme zum Himmel gereckt, bevor er zu seinem Team rennt, um sich in die Arme seiner Mechaniker zu werfen. Wenige Sekunden später umarmt er seinen Vater Marco, bevor Russell zu ihm stößt, um sich mit seinem Teamkollegen zu umarmen.
„Ich bin kurz davor zu weinen“
Beim Interview unter dem Podium überwältigen ihn schnell die Emotionen. „Ich bin sprachlos … ich bin kurz davor zu weinen. Vielen Dank an mein Team, denn sie haben es mir ermöglicht, diesen Traum zu verwirklichen“, sagt er, bevor er tatsächlich in Tränen ausbricht.
Antonelli macht keinen Hehl aus seinem Stolz, Italien diesen Erfolg beschert zu haben. „Ich bin überglücklich. Ich wollte Italien wieder an die Spitze bringen.“
Das Ende des Rennens war hingegen alles andere als einfach. „Am Ende hätte ich mir fast einen Herzinfarkt geholt! Aber es war ein gutes Rennen.“
Der Start war hingegen schwieriger. „Es war kein einfacher Start. Ich bin etwas zu sehr auf der Innenseite geblieben und habe Ferrari zu viel Platz gelassen. Aber das Tempo war gut und wir konnten das Auto wieder nach vorne bringen.“
Trotz dieses frühen Sieges behält der junge Fahrer einen kühlen Kopf. „Wir geben weiterhin alles bei Mercedes. Es ist eine große Chance für mich, an der Seite von George zu sein. Ich lerne viel von ihm und konzentriere mich auf ein Rennen nach dem anderen.“
Ein emotionaler Tag für Kimi! 🥹#F1 #ChineseGP pic.twitter.com/PnhvRgTxbv
— Formula 1 (@F1) 15. März 2026Toto Wolff: „Er hat das Rennen kontrolliert“
Auch beim Mercedes-Chef Toto Wolff waren die Emotionen deutlich zu spüren. „Das war einer der schönsten Momente für mich. Die drei zusammen mit Bono (Peter Bonnington, Kimi Antonellis Ingenieur und ehemaliger Ingenieur von Lewis Hamilton, Anm. d. Red.) in der Mitte … er, der so lange mit Lewis zusammengearbeitet hat und nun Kimi begleitet.“
Der österreichische Manager gibt zu, dass ihn die Schnelligkeit des Rookies überrascht hat. „Sein Sieg kam vielleicht früher, als ich gedacht hatte. Das zweite Rennen … und zack.“
Vor allem hebt Wolff die Souveränität seines Fahrers hervor. „Er hat das Rennen heute kontrolliert. Seine Linienführung ist sogar etwas besser, als ich gedacht hatte.“
Vor dem Start jedoch wirkte Antonelli überraschend entspannt. „Er war vor dem Rennen ruhig und gut gelaunt … aber an der Startlinie sieht man den Blick.“
Die Emotionen von „Bono“ und die Botschaft von Hamilton
Die Szene auf dem Podium hatte auch für Peter Bonnington, Antonellis Ingenieur, einen besonderen Beigeschmack. Jahrelang hatte „Bono“ Lewis Hamilton bei Mercedes begleitet. Ihn heute auf dem Podium mit seinem ehemaligen Fahrer und seinem neuen Schützling zu sehen, hatte eine starke symbolische Bedeutung. „Ich bin vor allem erleichtert. Er hat mir mit diesem blockierten Rad am Ende einen Schrecken eingejagt.“
Der britische Ingenieur genießt diesen seltenen Moment. „Lewis dort mit Kimi zu sehen, war ein unglaublicher Moment – ein Moment, den ich in Ehren halten werde. Es war ein bisschen so, als würde man die Gruppe wieder zusammenbringen. Wirklich etwas Besonderes, sehr bewegend.“
Lewis Hamilton selbst, mittlerweile Ferrari-Pilot, lobte ausdrücklich die Leistung seines Nachfolgers. „Das ist ein ganz besonderer Tag. Ehrlich gesagt war es eine unglaubliche Woche, mit meiner Mutter hierher zu kommen. Die Unterstützung, die ich hier erhalte, ist phänomenal.“
Der Brite gratulierte auch dem jungen Italiener. „Ein riesiges Lob an Kimi. Es ist ein Privileg, ihn gewinnen zu sehen. Glückwunsch an Mercedes. Und mit Bono auf dem Podium zu stehen, war etwas ganz Besonderes.“
Der klare Blick seines Vaters
Im Fahrerlager verfolgte auch Marco Antonelli diesen historischen Moment mit großer Rührung. „Wir haben versucht, das Beste für unseren Sohn zu tun, aber Mercedes hat den größten Teil der Arbeit geleistet. Ich kann nur Danke sagen.“
Ein Gespräch mit Toto Wolff erinnerte übrigens an einen Schlüsselmoment in der Karriere des jungen Italieners. „Vor zwei Jahren habe ich ihn gefragt: ‚Ist Kimi bereit für diesen Platz?‘ Und er antwortete mir: ‚Ich glaube schon.‘ Da sagte ich: ‚Dann machen wir es.‘“
Nun stellt sich die Frage: Ist Antonelli bereit, Weltmeister zu werden?
Sein Vater bleibt vorsichtig. „Ich weiß es nicht. Er ist jung und er ist nicht perfekt. Er ist ein guter Fahrer, aber George ist ein super Fahrer mit viel Tempo. Es wird schwer sein, ihn zu schlagen.“
Eine Antwort voller Klarheit… die der heutigen Leistung jedoch keinen Abbruch tut. In Shanghai hat Andrea Kimi Antonelli gerade das erste große Kapitel seiner Formel-1-Karriere geschrieben. Und angesichts der gezeigten Souveränität könnte dieser Erfolg durchaus nur der erste einer langen Reihe sein.