Ein gewagter Schachzug bei Aston Martin: Jonathan Wheatley (Audi) wird Adrian Newey ersetzen
Da sich der Saisonstart 2026 für Aston Martin als besonders schwierig abzeichnet, bereitet sich das britische Team bereits auf eine grundlegende Umstrukturierung vor. Adrian Newey, der kürzlich als Teamchef zu dem Team gestoßen ist, soll diese Rolle aufgeben, um sich ausschließlich auf die technische Seite zu konzentrieren.
Nach Informationen des britischen Medienunternehmens Autosport wird Jonathan Wheatley als sein Nachfolger an der Spitze des Rennstalls gehandelt. Die offizielle Bekanntgabe könnte in den nächsten Tagen erfolgen.
Ein katastrophaler Saisonstart für Aston Martin
Die Bilanz ist eindeutig: Der AMR26 ist derzeit weit vom Ziel entfernt. Hauptursache ist die sehr schwierige Integration des neuen Honda-Motors, der ab dieser Saison Mercedes ersetzt.
Die Probleme sind vielfältig:
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Unfähigkeit, eine komplette Renndistanz zu absolvieren
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Probleme mit dem Antriebsstrang
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Starke hochfrequente Vibrationen
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allgemeiner Leistungsmangel
Diese Schwierigkeiten sind derart gravierend, dass die Fahrer Fernando Alonso und Lance Stroll nach mehreren Hinweisen bereits bei den ersten Testfahrten der Ansicht waren, unter Rennbedingungen keine langen Stints fahren zu können.
Die Wintertests, zunächst in Barcelona und dann in Bahrain, hatten diese Schwächen bereits aufgezeigt, die sich anschließend unter realen Bedingungen bestätigten.
Newey konzentriert sich wieder auf sein Kerngeschäft
Angesichts dieser kritischen Situation musste Aston Martin schnell reagieren.
Adrian Newey, dessen Ernennung zum Teamchef erst wenige Monate zurücklag, dürfte daher zu einer für ihn natürlicheren Rolle zurückkehren: der des Ingenieurs und technischen Leiters.
Diese Neuausrichtung erscheint logisch. Newey gilt nach wie vor vor allem als einer der größten Ingenieure in der Geschichte der Formel 1, mit einer einzigartigen Fähigkeit, leistungsstarke Rennwagen zu konstruieren. Im Gegensatz dazu entspricht die Rolle des Teamchefs, die stark auf Management und interne Politik ausgerichtet ist, nicht optimal seinem Profil.
Einige gewagte technische Entscheidungen hätten das AMR26-Projekt zudem verkompliziert. Dazu gehörte die Idee eines zweigeteilten Batteriesystems zur Optimierung der Gewichtsverteilung – ein unkonventioneller Ansatz, der die Integration mit Honda erheblich beeinträchtigt hätte.
Wheatley, das ideale Profil, um das Ruder herumzureißen?
Als Nachfolger für Newey würde sich Aston Martin offenbar einem erfahrenen Profil zuwenden: Jonathan Wheatley.
Wheatley, der über 20 Jahre bei Red Bull tätig war und zuletzt bei Sauber/Audi an der Seite von Mattia Binotto arbeitete, verfügt über fundierte Erfahrung im Teammanagement und in der Organisation komplexer Strukturen.
Seine Verpflichtung wäre in mehrfacher Hinsicht sinnvoll:
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anerkannte operative Kompetenz
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fundierte Kenntnisse über die Funktionsweise von Top-Teams
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gemeinsame Vergangenheit mit Newey bei Red Bull
Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass dieser Wheatley selbst Lawrence Stroll, dem Besitzer des Rennstalls, empfohlen hat.
Diese Entscheidung würde einen klaren Willen widerspiegeln: einen Teil der organisatorischen DNA von Red Bull bei Aston Martin wiederherzustellen.
Ein schneller… und aufschlussreicher Übergang
Sollte sich diese Veränderung bestätigen, würde sie nur wenige Monate nach Neweys Amtsantritt als Teamchef erfolgen – eine extrem kurze Zeitspanne auf dieser Ebene.
Dies verdeutlicht, wie kritisch die Situation intern eingeschätzt wird.
Die Vorschriften für 2026, auf die sich die Teams bereits seit über einem Jahr vorbereitet haben, scheinen Aston Martin auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. Die Chassis-Motor-Kombination mit Honda, die eigentlich einen strategischen Wendepunkt darstellen sollte, erweist sich derzeit als große Schwachstelle.
Und wie wirkt sich das nun auf Audi aus?
Der mögliche Weggang von Jonathan Wheatley wirft auch bei Audi eine wichtige Frage auf. Er kam vor weniger als einem Jahr und hatte eine wichtige strategische Rolle an der Seite von Mattia Binotto inne; sein Weggang würde das deutsche Team zwingen, einen neuen Teamchef einzustellen oder seine interne Organisation komplett zu überarbeiten. Eine zusätzliche Herausforderung für ein Projekt, das sich bereits mitten im Aufbau befindet. Mattia Binotto, der das Audi-Projekt in der Formel 1 leitet, könnte einfach auch Wheatleys Position übernehmen, obwohl sich die beiden Rollen manchmal zu überschneiden schienen.
Aston Martin vor einer dringenden Herausforderung
Für Aston Martin erscheint diese Umstrukturierung als Versuch einer schnellen Rettungsaktion.
Das Ziel ist klar: die Kohärenz zwischen Technik und Management wiederherstellen, Newey die Möglichkeit geben, sich auf das Auto zu konzentrieren, und die Gesamtleitung einem erfahrenen Profil anvertrauen.
Nun bleibt abzuwarten, ob diese Änderung ausreichen wird, um eine Saison 2026 zu retten, die bereits jetzt gefährdet erscheint.
Eine gute Idee, was meinen Sie?
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