„Es war wie ein Traum“: Doriane Pin entdeckt die Formel 1 und hinterlässt bei Mercedes einen bleibenden Eindruck
In Silverstone hat Doriane Pin einen symbolischen Meilenstein erreicht – und zwar keinen Geringeren. Die 22-jährige Französin saß bei einem Testtag mit Mercedes zum ersten Mal am Steuer eines Formel-1-Wagens.
Es gibt Tage, die mehr zählen als andere. Dieser Samstag gehört eindeutig dazu.
Auf der Rennstrecke von Silverstone lernte Doriane Pin die Formel 1 unter realen Bedingungen kennen, am Steuer des Mercedes W12 – des Weltmeister-Rennwagens von 2021. Das Ergebnis: 76 absolvierte Runden, fast 200 zurückgelegte Kilometer und ein erster Einblick in die Königsklasse in voller Größe. „Heute zum ersten Mal einen F1-Wagen zu fahren, war unwirklich.“
Das Wort ist gefallen, und es fasst die Szene ziemlich gut zusammen. Zwischen zurückhaltender Aufregung und fleißigem Eifer genoss die Französin den Moment … ohne jemals zu vergessen, warum sie dort war.
Ein weiterer Schritt auf einem gut geplanten Weg
Doriane Pin, seit 2023 Entwicklungsfahrerin bei Mercedes, ist nicht zufällig hier gelandet. Nach stundenlangem Simulatortraining und intensiver Zusammenarbeit mit den Ingenieuren hatte Toto Wolff ihr eine Chance auf der Rennstrecke versprochen. Ein Versprechen, das er gehalten hat.
In dieser Saison in der European Le Mans Series am Start – und kürzlich durch die F1 Academy gegangen, deren Meisterin sie wurde – verfolgt die Französin eine ungewöhnliche, aber konsequente Laufbahn.
Und vor allem schreitet sie still voran … aber mit System.
Schnell lernen, noch schneller verstehen
Der Wechsel von einem Langstreckenauto zu einem Formel-1-Wagen ist ein bisschen so, als würde man ein Passagierflugzeug gegen einen Kampfflieger tauschen: Alles geht schneller, alles ist empfindlicher, und der kleinste Fehler rächt sich sofort. „Alles ist größer, schneller und leistungsstärker.“
Doch Doriane Pin war keineswegs überfordert, sondern fand nach und nach ihren Rhythmus und gewann Runde für Runde an Selbstvertrauen. Ein wesentlicher Punkt bei dieser Art von Aufgabe, bei der es nicht darum geht, auf der Zeittafel zu glänzen, sondern die Maschine zu verstehen – und effektiv mit dem Team zu kommunizieren.
In dieser Hinsicht ist das Feedback sehr positiv.
Mercedes überzeugt durch seine Seriosität
Bei den Silberpfeilen ist das Urteil eindeutig. Andrew Shovlin, Leiter der Rennstrecken-Technik, lobt eine solide Leistung: „Ihre Vorbereitung und ihre Professionalität haben das gesamte Team beeindruckt.“
Das gleiche Bild zeichnet sich bei Gwen Lagrue ab, der Leiterin des Nachwuchsprogramms, die sowohl die symbolische Bedeutung als auch die Leistung hervorhebt: „Es ist ein besonderer Moment … und umso mehr, weil sie die erste Frau ist, die einen Mercedes-F1-Rennwagen fährt.“
Ein wichtiger Meilenstein, ohne großes Aufsehen – aber mit einer sehr realen Tragweite.
Über die reine Leistung hinaus hatte diese Premiere auch eine starke persönliche Dimension. Doriane Pin machte keinen Hehl aus ihrer Rührung und der Bedeutung, diesen Moment mit ihren Angehörigen zu teilen. „Es war ein äußerst emotionaler Tag.“
In einer Welt, in der oft alles auf den Millimeter genau geplant ist, haben solche Momente einen ganz besonderen Reiz.
Und seien wir ehrlich: Das erste Mal in einen F1-Wagen zu steigen, lässt niemanden unberührt – selbst die abgebrühtesten im Fahrerlager nicht.
Und wie geht es nun weiter?
Diese Testfahrt garantiert zwar nichts, aber sie öffnet Türen. In einer Disziplin, in der Chancen rar sind – und für Frauen noch seltener –, zählt jeder Schritt.
Doriane Pin wird damit zu einer der wenigen Fahrerinnen, die in den letzten Jahren einen F1-Wagen gesteuert haben. Der nächste Schritt? Die Teilnahme an einem Grand-Prix-Wochenende. Ein Ziel, das noch in weiter Ferne liegt, aber nicht mehr völlig abstrakt ist.
Bis dahin bleibt das Programm vollgepackt: Simulator, Entwicklung, Ausdauer… und kontinuierlicher Fortschritt.
Was Mercedes betrifft, so ist dieser Test Teil einer umfassenderen Strategie: den Nachwuchs zu fördern, Talente zu begleiten und – langfristig – die Türen zur Formel 1 weiter zu öffnen. Doriane Pin hat das Richtige getan: lernen, sich anpassen und zeigen, dass sie ihren Platz in diesem anspruchsvollen Umfeld hat.
Wie geht es weiter? Das wird sich nicht von heute auf morgen entscheiden. Aber in Silverstone hat sie eindeutig einen guten Start hingelegt. Wir drücken ihr die Daumen.
Ein Meilenstein für @DorianePin 🖤🩶 Zum ersten Mal hinter dem Steuer eines F1-Wagens 😤 pic.twitter.com/g0Sf1V6zxK
— Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team (@MercedesAMGF1) 18. April 2026