Die Formel 1 profitiert von der weltweit größten interkontinentalen Fernproduktion, da jeder Grand Prix live von 74 Sendern in 180 Ländern übertragen wird. Erfahren Sie, wie jedes Element der Übertragung mit größter Sorgfalt vorbereitet wird.
Es handelt sich um die weltweit größte interkontinentale Fernproduktion. Die Formel 1 sendet eine Fernsehsendung, die auf 74 Kanälen in 180 Ländern ausgestrahlt wird. Ein Team von 130 Spezialisten von F1 TV reist zu jedem Grand Prix, um ein möglichst flüssiges Seherlebnis zu gewährleisten.
An jeder Rennstrecke sammelt ein Technikzentrum alle Bilder und Daten des Rennens und sendet dann mehr als 500 TB an Informationen an den F1-Hauptsitz in London. Dort wird das Programm zusammengestellt und an Sender auf der ganzen Welt gesendet – ein Vorgang, der nur 1,5 Sekunden dauert, vom Zeitpunkt des Geschehens auf der Rennstrecke bis zur Übertragung an die Sender. Während des Rennens sind in der Londoner Zentrale 117 Ingenieure, 68 Techniker, Operatoren und Elektriker, 50 Cutter und 48 Produzenten in 140 Teams in verschiedenen internen Abteilungen im Einsatz. Die Bildergalerie Die TV-Galerie ist in zwei Bereiche unterteilt: Der eine Bereich verwaltet die internationale Fernsehübertragung, der andere ist ausschließlich F1 TV gewidmet. Insgesamt stehen den Produzenten, Monteuren und Operatoren, die das gesamte Rennen überwachen, 450 Bildschirme zur Verfügung. In diesen Räumen sitzt der Hauptregisseur in der ersten Reihe und wählt auf einem Großbildschirm die Bilder aus, die ausgestrahlt werden sollen. Direkt hinter ihm sitzen die Produzenten und Operatoren, die per Knopfdruck von einer Kamera zur nächsten wechseln. Weiter hinten sitzen die „Wiederholungsoperatoren”, deren Aufgabe es ist, nach Schlüsselmomenten zu suchen, die in der Live-Übertragung übersehen wurden (Unfälle, Überholmanöver und andere entscheidende Ereignisse), um den Zuschauern einen klareren Kontext zu vermitteln. Die Wiedergabe-Operatoren haben Zugriff auf alle Kameras der Rennstrecke. Sobald sie einen Clip ausgewählt haben, leiten sie ihn an den Sendeleiter weiter. Die Aufgabe des Sendeleiters besteht darin, die beste Geschichte und die klarste Abfolge der Ereignisse zusammenzustellen, damit das Publikum ein vollständiges Bild davon bekommt, was passiert ist. Zu diesem Zweck arbeitet das Übertragungsteam mit 28 Kameras an der Rennstrecke, 90 Onboard-Kameras, acht Kameraleuten in der Boxengasse und sogar einem Hubschrauber für Luftaufnahmen. Die Kommentatorenkabine Neben der Galerie befindet sich die Kommentatorenkabine von F1 TV. Normalerweise reisen die Kommentatoren zu den Rennstrecken, aber manchmal bleiben sie auch in der Zentrale und kommentieren das Rennen aus der Ferne. Die gleichen Einrichtungen werden für die Übertragungen der Formel 2 und Formel 3 genutzt. Das Event Technical Center (ETC) Im ETC werden die 140 Mikrofone gemischt, die rund um die Rennstrecke verteilt sind. Es empfängt den Ton der Bordkameras, die Funkkommunikation der Teams und die Umgebungsgeräusche der Rennstrecke, mischt diese Live-Streams mit dem Video und sendet einen einzigen, perfektionierten Stream in die ganze Welt. Ein Mitarbeiter des Zentrums erklärt die Routine vor dem Rennen: „Jeden Morgen hören wir uns zunächst jedes Mikrofon an, überprüfen die Tonqualität und suchen nach möglichen Störungen vom Vortag. Ein mobiles Team macht sich als erstes auf den Weg, um die Probleme zu beheben. Aus akustischer Sicht ist es unser Ziel, den Zuschauer in das Geschehen einzutauchen, indem wir die Pegel so ausgleichen, dass er die Lautstärke seines Fernsehers nicht hoch- und runterdrehen muss, weil das Teamradio lauter ist als die Rennstrecke.“
Die Funkabteilung Hier werden alle Funkübertragungen zwischen den Fahrern und ihren Teams gesammelt. Das Team wählt die interessantesten Gespräche aus, übersetzt sie und wandelt sie in Bildschirmanimationen um, damit die Zuschauer den internen Dialog verfolgen können. Eine Echtzeit-Transkriptionssoftware identifiziert, wer spricht, sodass schnell visuelle Einblendungen erstellt werden können. Tastenkombinationen beschleunigen wiederkehrende Nachrichten wie „Box Box“, „Radio Check“, „I've got damage“ (Ich habe einen Schaden) oder „Give back the position“ (Gib die Position zurück). Eine sorgfältige Koordination zwischen den Teams vor Ort und der Zentrale gewährleistet, dass jeder Grand Prix mit außergewöhnlicher Präzision und Qualität übertragen wird. Die Profis hinter den Kulissen erfassen, analysieren und präsentieren jeden entscheidenden Moment und bieten so ein unterhaltsames und informatives Erlebnis, das der Formel 1 hilft, ihren Platz an der Spitze der Sportwelt zu behaupten.