Wer wird für das Haas F1 Team fahren?

Wer wird für das Haas F1 Team fahren?
Bildnachweis: FanF1

Das amerikanische Team Haas, das 2016 sein Debüt in der Formel 1 gab, muss nun seine Optionen für die Fahrer der kommenden Saison prüfen. Hier ein kurzer Überblick über die möglichen Kandidaten und ihre Chancen zum jetzigen Zeitpunkt des Jahres.

Der Wettlauf um die Besetzung des ersten Haas-Teams für 2016 hat sich zu einem strategischen Kräftemessen entwickelt, bei dem sich das amerikanische Team stark auf seine Partnerschaft mit Ferrari stützt und das Budget aus der Diskussion heraushält. Das Team von Gene Haas bewertet methodisch Talent, Erfahrung und Eignung für die Marke, und die Liste der vorausgewählten Kandidaten liest sich wie eine repräsentative Auswahl der spannendsten Geschichten dieses Sports.

Esteban Gutiérrez steht ganz oben auf der Liste. Der Mexikaner fuhr zwei Saisons für Sauber und wurde in diesem Jahr zum Ferrari-Testfahrer ernannt, was den Einfluss des italienischen Rennstalls deutlich macht. Ein Fahrer mit nordamerikanischem Pass bietet auch einen Marketingvorteil, auch wenn Haas behauptet, dass die Nationalität kein entscheidender Faktor sein wird. Nach aktuellen Schätzungen liegen seine Chancen auf einen Platz bei Haas bei etwa 90 %.

Dicht hinter ihm folgt der Franzose Jean-Eric Vergne. Wie Gutiérrez trägt auch er das Ferrari-Emblem, aber seine Erfolgsbilanz umfasst fast 60 Grand-Prix-Starts mit Toro Rosso und eine gleichzeitige Formel-E-Saison, die es ihm ermöglicht, in Topform zu bleiben. Seine solideren Ergebnisse auf der Rennstrecke machen ihn zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten um denselben Sitz, mit einer Wahrscheinlichkeit, die ebenfalls bei 90 % liegt.

Kevin Magnussen stellt einen anderen Blickwinkel dar. Nachdem er am Ende der letzten Saison von McLaren entlassen wurde, sucht der dänische Fahrer einen Neuanfang. Seine Erfahrung in einem mehrfachen Meisterteam könnte für ein aufstrebendes Team von unschätzbarem Wert sein, und sein erstes Podium im Jahr 2014 zeigt, dass er unter Druck Ergebnisse erzielen kann. Analysten geben ihm eine 70-prozentige Chance, zu Haas zu wechseln.

Der Amerikaner Alexander Rossi bringt lokalen Reiz mit, aber seine Erfahrung in der Formel 1 ist begrenzt, da er für Marussia und Caterham gefahren ist. Seine Geschwindigkeit wird gelobt, aber seine Konstanz ist ein Problem. Seine Nationalität und die finanzielle Unterstützung, die er mitbringen kann, werden oft als entscheidende Faktoren genannt, auch wenn Haas diese Aspekte öffentlich herunterspielt. Seine Chancen liegen bei etwa 50 %.

Der ehemalige Force India-Pilot Adrian Sutil ist ein weiterer möglicher Kandidat. Nachdem er 2014 den Sauber-Sitz verpasst hatte, übernahm er eine Rolle als Testfahrer bei Williams, wo ein regulärer Fahrerplatz angesichts der Verträge von Massa und Bottas unwahrscheinlich ist. Sutils Erfahrung und sein persönliches Sponsoring könnten von Vorteil sein, aber seine Abwesenheit im Wettbewerb in diesem Jahr und sein angeschlagenes Image lassen seine Aussichten bescheiden erscheinen, laut Insidern bei etwa 40 %.

Der junge Belgier Stoffel Vandoorne dominiert die GP2-Meisterschaft und wird als zukünftiger Star der Formel 1 gehandelt. Da er für 2016 keinen Platz hat, könnte er Haas als Einstiegsmöglichkeit sehen, aber seine langjährigen Verbindungen zu McLaren könnten eine Entscheidung erschweren. Seine Chancen, beim amerikanischen Team zu unterschreiben, sind gering und werden auf 20 % geschätzt.

Schließlich bleibt der ehemalige Weltmeister Jenson Button eine spekulative Option. Sollte McLaren ihn nach 16 Saisons freigeben, könnte seine Rückkehr in den Rennsport nur mit einem Team wie Haas erfolgen, insbesondere angesichts seiner früheren Flirts mit Ferrari. Die Chancen, dass der Champion von 2009 sein Debüt in einem brandneuen Team gibt, sind jedoch gering und liegen bei etwa 10 %.