Toro Rosso festigt seinen Ruf als Talentschmiede für Red Bull, nachdem bereits Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat zu festen Positionen in Milton Keynes befördert wurden, und setzt nun auf Max Verstappen und Carlos Sainz Jr., um sein Know-how in der Nachwuchsförderung zu nutzen.
Die Geschichte von Toro Rosso konzentriert sich nun weniger auf Podiumsplätze als vielmehr auf den Stammbaum und verwandelt die Werkstatt in Faenza in eine Startrampe für die nächste Generation von Red Bull-Fahrern. Das Team, das aus den Überresten von Minardi hervorgegangen ist, erlebte seinen Höhepunkt im Jahr 2008, als Sebastian Vettel auf der Rennstrecke von Monza bei strömendem Regen einen sensationellen Sieg errang und das Team auf den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung katapultierte, sein bestes Ergebnis aller Zeiten. Dieser Triumph ebnete jedoch auch den Weg für einen Exodus von Talenten: Red Bull beeilte sich, den deutschen Fahrer unter Vertrag zu nehmen und machte ihn zum mehrfachen Weltmeister. Nachdem die Ära des technischen Austauschs vorbei war, fand sich Toro Rosso in seiner Rolle als Juniorteam von Red Bull zurecht und stellte Fahrer auf, die sich auf bescheidenen Maschinen beweisen konnten. Namen wie Sébastien Buemi, Sébastien Bourdais und Jaime Alguersuari hatten Mühe, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen, was die Kluft zwischen dem Nachwuchs-Team und seinem Senior-Pendant deutlich machte.
Die eigentliche Geschichte ist jedoch die Talentschmiede für junge Stars. Daniel Ricciardo verbrachte zwei lehrreiche Saisons beim italienischen Team, bevor er befördert wurde, um Mark Webber bei Red Bull zu ersetzen, und anschließend drei der vier Rennen gewann, die Mercedes 2014 entgangen waren. Es folgte der kometenhafte Aufstieg von Daniil Kvyat, dem 20-Jährigen, der nach nur 19 Grand-Prix-Starts den von Vettel frei gewordenen Platz einnahm. Eine weitere Umbesetzung erfolgte, als der 24-jährige Jean-Eric Vergne zu Ferrari wechselte und seinen Platz zwei Söhnen ehemaliger Fahrer überließ: Max Verstappen, der mit 17 Jahren als jüngster Fahrer der Geschichte in die Formel 1 einstieg, und Carlos Sainz Jr., amtierender Meister der Formel Renault 3.5. Mit 20 Jahren gilt der Spanier bereits als Veteran im Team, was zeigt, wie schnell Red Bull Talente fördert.
So hat sich Toro Rosso von einem vielversprechenden Außenseiter zu einem Schmelztiegel für die Nachkommen von Champions entwickelt. Unabhängig davon, ob die Karrieren von Carlos Sainz Sr. und Jos Verstappen verblassen oder im kollektiven Gedächtnis bleiben, lässt die aktuelle Zusammensetzung des Juniorteams eine glänzende Zukunft für den Motor der Fahrerentwicklung von Red Bull erwarten, der nun auf Hochtouren läuft.