Die Superlizenz ist für den Einstieg in die Formel 1 unerlässlich. Auch wenn sie schwer zu verstehen sein mag, FanF1 erklärt Ihnen alles.
Hinter jedem Platz in der Startaufstellung der Formel 1 verbirgt sich ein strenges Auswahlverfahren, das bis in die frühen 1980er Jahre zurückreicht. Die FIA führte 1982 die Superlizenz ein, um sicherzustellen, dass nur Fahrer, die eine Reihe strenger Kriterien erfüllen, einen F1-Wagen fahren dürfen, doch aufgrund einer Welle von Kontroversen verzögerte sich deren Umsetzung bis 1984.
Jahrzehntelang blieben die Regeln nahezu unverändert, bis das Debüt des damals 16-jährigen Max Verstappen im Jahr 2014 eine neue Debatte auslöste. Die Auswirkungen dieser Angelegenheit führten 2016 zu einer umfassenden Überarbeitung, die den Zugang zur Elite dieses Sports erschwerte.
Auf dem Papier ist die Superlizenz für alle zugänglich, aber in Wirklichkeit sind die Anforderungen viel höher. Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, eine internationale A-Lizenz besitzen, einen gültigen Führerschein haben und den Fragebogen der FIA zum Internationalen Sportgesetz ausfüllen. Über die Formalitäten hinaus müssen sie nachweisen, dass sie über umfangreiche Erfahrung im Motorsport verfügen und kürzlich ein F1-Auto gefahren sind.
Die erforderliche Erfahrung wird anhand eines Punktesystems quantifiziert. Die Fahrer erhalten Punkte für ihre Ergebnisse in den von der FIA anerkannten Kategorien und müssen innerhalb von drei Jahren insgesamt 40 Punkte sammeln. Außerdem müssen sie mindestens 80 % der Rennen in zwei Saisons einer FIA-Formel-Serie bestritten haben. Zusätzliche Punkte können beispielsweise durch die Teilnahme an einem freien Training während eines Grand Prix (ein Punkt) gesammelt werden. Ein Fahrer kann zwei verschiedene Kategorien innerhalb eines Kalenderjahres kombinieren, sofern sich die Saisons nicht überschneiden. Diese Lizenz ist nicht zu verwechseln mit dem separaten Punktesystem, mit dem die Strafen für Fahrer erfasst werden.
Das Erreichen der 40-Punkte-Schwelle ist nur ein Teil der Gleichung. Die Kandidaten müssen außerdem 300 km mit Renngeschwindigkeit in einem F1-Auto bei privaten oder offiziellen Testfahrten zurücklegen. Yuki Tsunoda beispielsweise hat die erforderliche Kilometerleistung bei privaten Testfahrten mit Alpha Tauri zurückgelegt, bevor seine Superlizenz genehmigt wurde.
Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind (Alter, frühere Lizenzen, Punkte und Kilometerleistung auf der Rennstrecke), erhält der Fahrer die Superlizenz und darf eine Karriere in der Formel 1 beginnen. Die Messlatte liegt weiterhin hoch, aber für diejenigen, die es schaffen, die erforderlichen Punkte und Kilometer zu sammeln, ist die größte Motorsportserie der Welt endlich in greifbare Nähe gerückt.