Beim Großen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring holte Pascal Wehrlein seinen ersten Punkt in der Formel 1 und bescherte damit dem Team, das heute unter dem Namen Manor bekannt ist, seinen ersten Punkt. Das Team, das 2014 noch Marussia hieß, hatte dank der dominanten Leistung des verstorbenen Jules Bianchi in Monaco bereits einen Platz unter den Top 10 gefeiert.
Der Punkt, den Pascal Wehrlein für Manor holte, stahl dem spektakulären Zusammenstoß zwischen den Mercedes-Teamkollegen in der letzten Runde in Österreich die Show. Der 21-jährige Deutsche, ein Schützling von Mercedes, hatte bereits im Qualifying für Aufsehen gesorgt, als er trotz unbeständiger Wetterbedingungen den 12. Platz belegte. Nach dem Rennen deutete er an, dass er sich für Q3 hätte qualifizieren können, wenn der Regen den Rennverlauf nicht gestört hätte – eine Bemerkung, die manche als jugendlichen Optimismus abtaten. Das Rennen am Sonntag bewies jedoch, dass sein Selbstvertrauen berechtigt war.
Zu Beginn der letzten Runde lag Wehrlein nach einer Reihe von Ausfällen in den Punkten: Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Felipe Massa und Sergio Pérez schieden alle aus und machten damit einen Platz in den Top 10 für den Manor-Piloten frei. Auch ohne diese Ausfälle lag der Deutsch-Mauritier konstant vor dem Haas von Esteban Gutierrez, den beiden Renault und den beiden Sauber – eine Leistung, die viel über ein Team aussagt, von dem nur wenige erwartet hatten, dass es in dieser Saison Punkte holen würde.
Dieser Erfolg erinnert an einen Moment in der früheren Inkarnation von Manor, Marussia, als Jules Bianchi beim Grand Prix von Monaco 2014 den achten Platz belegte (der nach einer Strafe später auf den neunten Platz korrigiert wurde) und damit das Team aus einer prekären finanziellen Lage rettete. Beide Fahrer sind jung, beide wurden in bescheidene Teams aufgenommen, um ihr Talent unter Beweis zu stellen, und beide profitierten von der Unterstützung eines führenden Herstellers: Bianchi von Ferrari, Wehrlein von Mercedes.
Auch wenn es angesichts der festen Positionen von Lewis Hamilton und Nico Rosberg schwierig bleibt, einen festen Platz bei Mercedes zu ergattern, hat Wehrlein mit seiner Leistung in Österreich seinen Ruf als aufstrebender Star der Formel 1 gefestigt – eine Rolle, in der er zu anderen Zeiten mit Bianchi um Podiumsplätze gekämpft hätte.