Mercedes: nach wie vor das Team, das es zu schlagen gilt

Mercedes: nach wie vor das Team, das es zu schlagen gilt
Bildnachweis: FanF1

Die zwei Wochen Wintertests in Barcelona haben die Konstanz, Zuverlässigkeit und beeindruckende Rundenzeit der Mercedes-Fahrzeuge unter Beweis gestellt, die ihren Konkurrenten bereits jetzt Sorgen bereiten. Reicht das aus, um sie zu den Favoriten der Saison zu krönen?

Das Schema in der Formel 1 ändert sich kaum: Die Leistungen entwickeln sich zyklisch. Nach der Dominanz von Ferrari zu Beginn der 2000er Jahre und der von Red Bull zu Beginn der 2010er Jahre belegt Mercedes seit zwei Saisons den ersten Platz, und 2016 scheint diesen Trend zu bestätigen. Während der achttägigen Testfahrten auf der Rennstrecke von Barcelona haben die Silberpfeile bereits einen deutlichen Vorsprung gezeigt. Lewis Hamilton und Nico Rosberg legten zusammen 1.294 Runden zurück, also mehr als 6.000 km, ohne größere Zuverlässigkeitsprobleme. Keiner der beiden Fahrer versuchte, absolute Rekorde zu brechen, und verzichtete auf die perfekte Konfiguration eines leeren Tanks und ultrasoften Reifen, was ihre Hauptkonkurrenten, insbesondere Ferrari, beunruhigen dürfte. Ferrari startete mit der Hoffnung in den Winter, einen Gang höher schalten zu können. Nach einem Übergangsjahr 2015, in dem das durch Sebastian Vettel verstärkte Team die drei geplanten Siege einfuhr, muss die Scuderia nun aggressiver vorgehen. Es reicht nicht aus, immer eine halbe Sekunde hinter Mercedes zu landen; der Abstand muss verringert werden, und Vettel und Kimi Räikkönen müssen in der Lage sein, regelmäßig gegen Hamilton und Rosberg um Siege zu kämpfen, und zwar nicht nur, wenn die Umstände günstig sind. Das Team aus Maranello hat zwar seine Absichten durch die Dominanz in den Trainingsläufen in Spanien deutlich gemacht, aber es muss seine Anstrengungen noch verstärken, wenn Mercedes beim Saisonauftakt in Australien am 20. März einen Gang höher schaltet. Abgesehen von Ferrari scheinen nur wenige Teams in der Lage zu sein, Mercedes um die Meisterschaft zu konkurrieren. Williams hat nach einer schwachen Saison 2015 noch einen langen Weg vor sich, und die vielversprechenden Leistungen von Force India, Red Bull und Toro Rosso in diesem Winter sind wahrscheinlich eher Strohfeuer als dauerhafte Bedrohungen. Letztendlich könnte die größte Unbekannte für Mercedes aus den eigenen Reihen kommen. Die Beziehung zwischen Hamilton und Rosberg wird genau unter die Lupe genommen werden: Der Deutsche, der immer noch auf Revanche aus ist, führt bereits einen psychologischen Kampf gegen seinen Teamkollegen, während Rosberg, der eindeutig die Nummer eins im Team ist, zusätzlichen Druck aushalten muss. Diese interne Rivalität könnte der einzige Faktor sein, der die Männer in Grau aus der Bahn werfen könnte.