Max Verstappen wurde in Belgien zum Fahrer des Tages gekürt, als Anerkennung für seine Leistung, auch wenn es beim Fahren einer Rakete fast ein Kinderspiel ist, fünf Autos zu überholen. Unterdessen vollbringen die weiter hinten liegenden Fahrer ähnliche oder sogar noch größere Leistungen, ohne die gleiche Anerkennung zu erhalten.
Die Behauptung, dass Max Verstappen den Titel „Fahrer des Tages” verdient, ist keineswegs selbstverständlich. Seine fünf Überholmanöver in kurzer Zeit, insbesondere gegenüber schnellen Konkurrenten, verdienen zwar Applaus, aber man darf nicht vergessen, dass er das schnellste Auto im Feld fuhr. Das Talent von Verstappen ist offensichtlich, aber vergleichbare Manöver können auch von weniger gut platzierten Fahrern ausgeführt werden.
In Spa gelang Pierre Gasly, Esteban Ocon und sogar Alexander Albon gewagte Überholmanöver, die das Publikum von den Sitzen rissen, wobei sie oft mit kühner Zuversicht die Außenbahn nahmen. Dennoch schaffte es keiner von ihnen unter die ersten drei in der Publikumswahl zum Fahrer des Tages. Alpine hingegen sah mehrere seiner Fahrer in der Rangliste aufsteigen, insbesondere Ocon, der sich vom 15. Startplatz auf einen Platz in den Punkten verbesserte. In jeder Hinsicht übertrafen seine Leistungen an diesem Tag die von Verstappen. Die große niederländische Fangemeinde, die zum Rennen angereist war, hatte eindeutig Einfluss auf die Abstimmung, da der Preis vom Publikum vergeben wird. Der zweifache Weltmeister steht zwar im Mittelpunkt der Diskussionen, aber er ist nicht der Einzige, der in dieser Saison geehrt wurde. Auch sein Teamkollege Sergio Pérez gewann diese Auszeichnung zu Beginn der Saison, nachdem er sich dank eines leistungsstarken Autos vom Ende des Feldes nach vorne gekämpft hatte. Mit einem weniger schnellen Auto wäre das Ergebnis ganz anders ausgefallen. Es ist anzumerken, dass dieser Preis rein ehrenhalber vergeben wird und keine Punkte für die Meisterschaft einbringt. Sein Ziel ist es, außergewöhnliche Leistungen anzuerkennen und zu würdigen, was manchmal bedeutet, dass ein Fahrer, der im Mittelfeld feststeckt, ihn vor den Spitzenreitern des Rennens gewinnen kann. Diese Leistungen bleiben jedoch im Fernsehen oft unbemerkt, da es einfach unmöglich ist, alle zwanzig Autos gleichzeitig zu zeigen.