Leitartikel: Zu viel Druck, kein Lenkrad

Leitartikel: Zu viel Druck, kein Lenkrad
Bildnachweis: FanF1

Sergio Perez zeigte beim Grand Prix von Japan eine mittelmäßige Leistung und war in mehrere Unfälle verwickelt. Seine übermäßige Begeisterung führte dazu, dass er Fehler machte, die seine Zukunft in der Formel 1 gefährden könnten.

Das Wochenende von Sergio Pérez in Melbourne wurde zu einem typischen Beispiel dafür, wie schnell sich das Glück eines Fahrers wenden kann, wenn Aggressivität den gesunden Menschenverstand übertrumpft. In den ersten Runden hagelte es Carbonfaser-Splitter, und nur wenige Meter nach der Startlinie geriet der Mexikaner in einen Zweikampf mit Lewis Hamilton, drängte den siebenfachen Weltmeister auf das Gras und verlor dabei seinen Frontflügel. Dieser Vorfall war zwar hinsichtlich des Schadens geringfügig, gab jedoch den Ton für ein Rennen an, in dem Pérez wiederholt Risiken einging, um Plätze gut zu machen. Pérez startete vom Ende des Feldes und versuchte, seinen Rückstand durch gewagte und aggressive Manöver in den ersten Kurven aufzuholen. Das ging jedoch in der Haarnadelkurve nach hinten los, als er später als Kevin Magnussen zu bremsen versuchte und den Haas ins Schleudern brachte. Dieses Manöver ähnelte einem ebenso ambitionierten Überholmanöver, das er eine Woche zuvor gegen Alex Albon versucht hatte, was auf eine Tendenz zu risikoreichen Überholmanövern hindeutet, die ihn teuer zu stehen kommen. Abgesehen von den Zwischenfällen auf der Strecke steht Pérez unter genauer Beobachtung eines Teams, das bereits zwei Weltmeistertitel ohne ihn gewonnen hat. Der Druck, die Beständigkeit seines Teamkollegen Max Verstappen zu erreichen, hat sich verstärkt, und jeder Fehler wird aufgebauscht. In zwei Rennen hat er bereits drei Heckflügel verloren und Strafen kassiert, die Red Bull Zehntausende Euro gekostet haben – Zahlen, die für einen Fahrer, der als zuverlässiger Punktesammler gelten soll, nicht akzeptabel sind.

Die Anzeichen für eine angespannte Beziehung zum österreichischen Rennstall sind immer schwerer zu übersehen. Auf der Website von Red Bull zu diesem Grand Prix ist kein einziges Bild von Pérez zu sehen, obwohl er an diesem Tag lange Zeit in der Boxengasse verbrachte. Während die anderen Fahrer die Zeit auf der Strecke nutzten, beschränkte sich Pérez weitgehend auf die Garage, was darauf hindeutet, dass sich seine Position innerhalb des Teams verschlechtert.

All dies schürt die Spekulationen über die Zukunft von Pérez in der Formel 1. Wenn sich dieser Trend fortsetzt (aggressive Starts, die zu kostspieligen Kollisionen führen, und ein sinkendes Ansehen innerhalb seines eigenen Teams), könnten sich seine Perspektiven über Red Bull hinaus erweitern, aber der Markt könnte für ihn nicht mehr so günstig sein. Die Leistung des Mexikaners in Melbourne verwandelte einen vielversprechenden Start in eine Warnung vor der schmalen Grenze zwischen Mut und Leichtsinn in der anspruchsvollsten Arena dieses Sports.