Stefano Domenicali hält eine Saison mit 30 Rennen für denkbar. Aber ist das angesichts der aktuellen Lage wirklich eine kluge Entscheidung?
Der Kalender ist bereits von 16 Grand Prix im Jahr 1976 auf 19 im Jahr 2005, 21 im Jahr 2016 und 23 in diesem Jahr angewachsen – und manche sprechen bereits von 30 Rennen in einigen Saisons. Auch wenn die Fans hungrig nach neuen Veranstaltungen sind, müssen wir realistisch bleiben, was dieser Sport heute verkraften kann. Die Rückkehr historischer Rennstrecken wie Kyalami mag Nostalgie wecken, wirft aber auch praktische Fragen auf. Die Teams arbeiten bereits mit knappen Budgets und sind ständig auf der Suche nach Zuverlässigkeit, während sie gleichzeitig strenge Beschränkungen hinsichtlich der Anzahl der Motorkomponenten einhalten müssen, die sie pro Saison verwenden dürfen. Einige haben diese Kontingente mit etwas mehr als 20 Rennen bereits überschritten, sodass sieben zusätzliche Rennen den Druck nur noch weiter erhöhen würden.
Hinzu kommt der Umweltaspekt. In einer Zeit, in der die Reduzierung der CO2-Emissionen von entscheidender Bedeutung ist, würde die Hinzufügung von sechs oder sieben zusätzlichen Rennen mit den damit verbundenen Reisen und der Logistik für jedes Team einen erheblichen zusätzlichen Fußabdruck verursachen.
Und was ist mit den Fahrern? Einige von ihnen beklagen sich bereits über die Ermüdung durch einen Kalender mit 23 Rennen; es ist schwer vorstellbar, dass sie sich über eine Verlängerung auf 30 Rennen freuen würden. Kurz gesagt, die Idee, die Saison zu verlängern, ist noch immer nur ein Vorschlag und noch lange nicht endgültig beschlossen.