Der Grand Prix von Spanien war nicht besonders spannend, was leider immer häufiger vorkommt. Auch wenn der erwartete Regen nie kam und den Verlauf des Rennens nicht beeinflusste, gibt es dennoch einiges zu berichten.
Der Große Preis von Spanien entwickelte sich zu einer Studie hypothetischer Szenarien, denn das Rennen, das eigentlich ein Schaufenster für Überholmanöver hätte sein sollen, verwandelte sich stattdessen in eine vorhersehbare Parade. Am auffälligsten war das Ausbleiben des Regens, der in einem sehr engen Feld oft für Spannung sorgt, aber diesmal hartnäckig ausblieb und eine Startaufstellung hinterließ, in der die Hierarchie bereits feststand.
Max Verstappen und Red Bull kamen mit dem üblichen Selbstvertrauen des besten Fahrer-Auto-Duos der Saison nach Barcelona, aber die Geschichte spielte sich woanders ab. Fernando Alonso, angefeuert von seinem Publikum, schien bereit, um einen Platz in der ersten Startreihe zu kämpfen, bevor ein Unfall in Q1 den Unterboden seines Autos beschädigte und seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz zunichte machte. Auf der anderen Seite des Fahrerlagers spiegelte das Wochenende von Sergio Pérez seine Enttäuschung in Monaco wider: Nach einem spektakulären Unfall in Monaco stolperte der mexikanische Fahrer erneut, diesmal in Spanien. Obwohl er sich auf den vierten Platz zurückkämpfte, droht ihm jeder selbstverschuldete Fehler jede realistische Chance auf den Titel zu nehmen, obwohl er das schnellste Auto im Feld fährt. Mercedes hingegen nutzte die Gelegenheit. Die verbesserten Pontons des Teams zahlten sich aus und bescherten Lewis Hamilton und George Russell einen Doppelsieg, ein Zeichen dafür, dass der Silberpfeil endlich seinen Rückstand auf Red Bull aufholen könnte. Die Begeisterung für Alpine hat nachgelassen, aber Pierre Gasly gelang ein gewagtes Überholmanöver, das das Rennen kurzzeitig belebte, bevor er mit Nyck De Vries kollidierte, der dafür die Zeche zahlen musste.
Die Situation von Ferrari blieb prekär. Carlos Sainz hätte Verstappen beinahe überholt, was eine mögliche Überraschung erwarten ließ, die sich jedoch letztendlich nicht einstellte. Die neue Strecke in Barcelona, auf der die klassische Schikane wieder eingeführt wurde, versprach mehr Spannung und Überholmöglichkeiten. In der Praxis sorgten die Änderungen für ein übersichtlicheres Bild, aber das Rennen selbst bewies, dass eine bessere Rennstrecke eine vorhersehbare Rangliste nicht ausgleichen kann.
Letztendlich war der Grand Prix von Spanien weniger ein Kampf um Geschwindigkeit als vielmehr eine Erinnerung daran, dass die Formel 1 ohne Regen, ohne Zwischenfälle und ohne echte Herausforderung für Red Bull Gefahr läuft, zu einer Reihe von vorhersehbaren Szenarien zu werden. Die Spannung des Wochenendes lag nicht in der Ziellinie, sondern in den verpassten Gelegenheiten, die die Meisterschaft komfortabel auf ihrem eingespielten Kurs gehalten haben.