Wir haben damit gerechnet, aber selbst wenn man darauf vorbereitet ist, tut es trotzdem weh. Ab 2027 wird der Grand Prix von Belgien zu einer wechselnden Veranstaltung, eine lächerliche Entscheidung, denn dieses Rennen ist im Vergleich zu den anderen unverzichtbar.
Nachdem die FIA einen neuen gestaffelten Kalender für den Grand Prix von Belgien vorgestellt hat, ist das Schicksal von Spa-Francorchamps zu einem heißen Thema für Fans und Experten geworden. Gemäß der jüngsten Vereinbarung wird die legendäre Rennstrecke bis 2027 jedes Jahr ein Rennen ausrichten, danach wird sie nur noch abwechselnd vertreten sein, voraussichtlich 2029 und dann wieder 2031, ohne dass darüber hinaus ein klarer Fahrplan vorliegt. Die Aussicht, einen festen Platz im Kalender zu verlieren, hat eine Welle der Kritik in den sozialen Netzwerken ausgelöst, wo viele bedauern, dass ein Ort, der so sehr von der Geschichte der Formel 1 geprägt ist, auf gelegentliche Auftritte reduziert wird. Spa-Francorchamps ist mehr als eine Aneinanderreihung von Kurven, es ist ein lebendiges Museum der größten Momente dieses Sports. Von den schnellen Kurven Eau Rouge und Raidillon über die engen Haarnadelkurven La Source bis hin zu den Haarnadelkurven Kemmel und Pouhon hat die Rennstrecke Legenden wie Jim Clark, Jackie Stewart, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Michael Schumacher auf die Probe gestellt. Mehr als zwei Siege in Spa zu erringen, ist nach wie vor eine seltene Leistung, was die Anspruchsvollheit der Rennstrecke unterstreicht. Die Umgestaltung des Kalenders geht mit weiteren umstrittenen Änderungen einher. Die niederländische Etappe in Zandvoort wurde bereits gestrichen, und die Zukunft von Spa ist nun ungewiss. Unterdessen bestehen klassische Rennstrecken wie Monaco trotz der Kritik fort, dass die engen Straßenkurse für moderne Autos nicht mehr geeignet sind – ein Argument, das oft zur Verteidigung der Relevanz von Spa angeführt wird. Der Sport expandiert jedoch auch in neue Märkte: Miami, Las Vegas, Saudi-Arabien und ein bevorstehendes Rennen in Madrid wurden hinzugefügt, was Fragen aufwirft, ob kommerzielle Überlegungen Vorrang vor dem Erbe haben.
Kritiker behaupten, dass finanzielle Anreize die Ausrichtung der Formel 1 bestimmen und dass „Petrodollars” und lukrative Austragungsrechte Vorrang vor den traditionellen Werten des Sports haben. Es besteht die Befürchtung, dass historische Rennstrecken wie der Hungaroring, Silverstone und Monza bei einer Fortsetzung dieses Trends letztendlich das gleiche Schicksal ereilen könnte. Für einige Beobachter markiert diese Veränderung einen Wendepunkt hin zu Serien, in denen die Hersteller weiterhin dominieren, wie beispielsweise die Langstrecken-Weltmeisterschaft, die sie als Zufluchtsort für „vernünftige” Rennen betrachten. Kurz gesagt: Auch wenn Spa-Francorchamps nach wie vor ein Höhepunkt des Automobilbaus und des Fahrertalents ist, ist seine Zukunft im Formel-1-Kalender nun ungewiss, hin- und hergerissen zwischen dem Respekt vor seiner Vergangenheit und den wirtschaftlichen Realitäten, die das nächste Jahrzehnt dieses Sports prägen werden.