Lächerliche Bußgelder, als würde es in Strömen regnen

Lächerliche Bußgelder, als würde es in Strömen regnen
Bildnachweis: FanF1

Die neuen Regeln und das neue Strafsystem für die neuesten Motoren sind so absurd komplex geworden, dass selbst Gelegenheitsfans Schwierigkeiten haben, die Startaufstellung eines Grand Prix zu verstehen.

McLaren-Honda, Red Bull-Renault, Lotus-Mercedes und mehrere andere Teams hatten seit Beginn der Saison mit Leistungs- und Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen und mussten zudem eine steigende Anzahl von Strafen für Motor- oder Getriebewechsel hinnehmen.

Die Regeln sehen seit jeher vor, dass Fahrer und Teams, die die zulässige Anzahl mechanischer Komponenten überschreiten, Strafen erhalten. Dieselben Regeln sehen auch vor, dass Strafen kumuliert werden können, was in diesem Jahr zu Rückstufungen um 20, 30 oder sogar 55 Plätze in einer Startaufstellung mit nur 20 Fahrzeugen geführt hat. Das kann man kaum ernst nehmen.

Daher entwickeln einige Teams, darunter McLaren, ihre Strategien nun in Abhängigkeit vom Strafsystem. Das britische Team wählt beispielsweise die Rennstrecken, auf denen es sich am schwächsten fühlt, und nutzt diese Rennen, um wichtige mechanische Verbesserungen einzuführen, auch wenn dies einen erheblichen Verlust an Startplätzen bedeutet, der sich auf den Rennstrecken, auf denen der MP4-30 eigentlich gut abschneiden sollte, nachteilig auswirken könnte.

Es wird deutlich, dass das derzeitige Strafsystem an seine Grenzen stößt. Schließlich ist es je nach Rennbedingungen und Fahrer-Fahrzeug-Kombination nicht ungewöhnlich, dass ein Teilnehmer nach einem Start aus dem hinteren Feld Punkte erzielt, wie Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat beim letzten Grand Prix in Italien gezeigt haben.

Anstatt Strafen in der Startaufstellung zu verhängen, könnte man doch ein Zeit-Handicap einführen, das zum Endergebnis des Rennens hinzugerechnet wird. Das würde die Fahrer dazu zwingen, einen ausreichenden Vorsprung vor ihren Konkurrenten herauszufahren, um eine Strafe von 10, 15 oder 20 Sekunden, je nach Schwere des Verstoßes, auszugleichen.

Es könnte eine Skala erstellt werden, die sich nach der Anzahl der ausgetauschten Antriebsstrang- und Getriebekomponenten richtet, und die Zeitstrafe des Fahrers würde in Echtzeit auf dem Rennbildschirm angezeigt werden. Ein solches System würde die Wertung übersichtlicher machen und die Rennen wahrscheinlich spannender gestalten, da die bestraften Fahrer stärker pushen müssten, wie Lewis Hamilton in Monza, der nach dem Rennen eine Zeitstrafe wegen eines technischen Verstoßes befürchtete. Diese Idee ist es wert, weiterverfolgt zu werden, auch wenn viele andere Lösungen ebenfalls möglich sind.