Honda könnte ab der nächsten Saison Motoren an ein zweites Team liefern, wobei Toro Rosso offenbar der bevorzugte Partner ist. Auch wenn McLaren zunächst zurückhaltend reagierte, könnte diese Entscheidung letztendlich zu seinen Gunsten ausfallen.
Die nächste große Initiative von Honda kommt möglicherweise nicht aus der Werkstatt, sondern aus dem Besprechungsraum, denn der japanische Hersteller plant eine neue Partnerschaft, um seine Rückkehr in die Elite dieses Sports zu beschleunigen. Nach einem turbulenten Comeback mit mittelmäßigen Leistungen und Zuverlässigkeitsproblemen im Jahr 2015 zeigte das Unternehmen in dieser Saison Anzeichen für Fortschritte, insbesondere mit dem überraschenden sechsten Platz von Fernando Alonso in Sotschi. Dennoch unterstreicht das Podium, das der spanische Veteran gegen besser ausgestattete Konkurrenten errungen hat, den Weg, den Honda noch vor sich hat, um zu seiner Dominanz der 1980er Jahre zurückzufinden. Die aktuelle Entwicklungsstrategie des Unternehmens scheint über die exklusive Partnerschaft mit McLaren hinauszugehen, die Ron Dennis geschlossen hatte, um die Vertraulichkeit der Honda-Technologie zu wahren. McLaren hat zwar von dieser Partnerschaft profitiert, doch das Tempo der Verbesserungen entsprach nicht den Erwartungen des britischen Rennstalls. Als Reaktion darauf soll Honda derzeit mit Toro Rosso über die Lieferung von Motoren für die kommenden Saisons verhandeln, eine Initiative, die dem japanischen Hersteller ein größeres Testfeld und mehr Daten zur Perfektionierung seiner Motoren bieten könnte.
Toro Rosso ist eine interessante Option. Als Schwesterteam von Red Bull steht es dem mehrfachen Weltmeisterteam nahe, arbeitet jedoch mit einem bescheideneren Budget, das es ihm ermöglicht, experimentelle Entwicklungen durchzuführen, ohne dem Druck ausgesetzt zu sein, direkt gegen die Dominanz von Red Bull antreten zu müssen. Eine Zusammenarbeit könnte sich am früheren Ansatz von Renault orientieren, wo der französische Motorenlieferant mit Red Bull verbunden blieb, aber seinen Namen änderte, um sich von früherer Kritik zu distanzieren, wodurch er eine wichtige Präsenz in der Startaufstellung behielt und seine eigenen Fortschritte beschleunigte.
Wenn Honda diesen Weg einschlägt, würde die Partnerschaft nicht nur seine Erfahrung erweitern, sondern auch Vergleichsmaßstäbe schaffen, die seine Rückkehr an die Spitze in Bezug auf die Leistung beschleunigen könnten. Für einen Hersteller, der noch immer von den Zuverlässigkeitsproblemen des Jahres 2015 verfolgt wird, könnte die Zusammenarbeit mit einem Team wie Toro Rosso der notwendige Katalysator sein, um schrittweise Fortschritte in echte Wettbewerbsfähigkeit auf der Weltbühne umzuwandeln.