Könnte Finnland einen Grand Prix ausrichten?

Könnte Finnland einen Grand Prix ausrichten?
Bildnachweis: FanF1

Obwohl Finnland in erster Linie eine Rallye-Nation ist, haben einige seiner Fahrer den Sprung in die Formel 1 geschafft, sodass es keinen Grund gibt, warum das Land nicht einen Grand Prix ausrichten könnte.

Finnland ist vielleicht vor allem für seine verschneiten Rallye-Etappen und legendäre Namen wie Tomi Mäkinen, Ari Vatanen, Hannu Mikkola, Juha Kankkunen und Marcus Grönholm bekannt, aber der Einfluss des Landes auf die Formel 1 ist ebenso beeindruckend. Seit der Gründung des Sports im Jahr 1950 haben nur sieben finnische Fahrer an einer kompletten F1-Saison teilgenommen, aber vier von ihnen standen auf dem höchsten Podestplatz und drei gewannen Weltmeistertitel – eine Erfolgsquote, die die traditioneller Motorsportnationen wie Italien und Frankreich übertrifft.

Trotz dieser Erfolgsgeschichte gab es im finnischen Kalender noch nie einen Grand Prix. Das Land war zwar Austragungsort von Motorsportveranstaltungen – Rallyes und in den 1950er Jahren sogar einige Formel-Rennen –, aber nie einer offiziellen F1-Runde. Heute ist die Idee eines Grand Prix von Finnland jedoch keineswegs utopisch. Die Sommertemperaturen in den südlichen Regionen sind ideal für moderne Autos und Reifen, und Städte wie Helsinki, Tampere und Espoo verfügen über die erforderliche Einwohnerzahl und Infrastruktur, um eine permanente Rennstrecke oder sogar ein Stadtrennen zu beherbergen. Es gibt einen Präzedenzfall in der Nähe: Schweden veranstaltete in den 1970er Jahren sechs Saisons lang ein eigenes F1-Rennen, und Russland ist seit 2014 mit dem ehemaligen Olympiagelände im Kalender vertreten. Mit aktuellen Stars wie Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas, dem Saisonchampion Mika Häkkinen, dem ehemaligen Sieger Mika Salo und der Rosberg-Dynastie (dem Sohn des Champions Keke Rosberg, Nico, der väterlicherseits finnische Wurzeln hat) verfügt Finnland über eine Fangemeinde, die bereit ist, einen nationalen Grand Prix zu unterstützen, und über eine Gruppe von Botschaftern, die für ihn werben. Ein solches Unterfangen würde perfekt zu Bernie Ecclestones Suche nach neuen Märkten passen, zumal der Sport neue europäische Etappen in Ländern wie Österreich oder Aserbaidschan ins Auge fasst. Vielleicht würde schon ein außergewöhnliches finnisches Talent in der Meisterschaft ausreichen, um den Ausschlag zu geben. Gerüchte über einen Wechsel von Bottas zu Ferrari in den Jahren 2016-2017 beflügeln bereits die Fantasie. Die Kombination aus erfolgreichen Fahrern, einem günstigen Klima und urbanen Austragungsorten macht den Grand Prix von Finnland zu einer realistischen und sogar längst überfälligen Ergänzung des weltweiten Formel-1-Kalenders.