François Guiter, die unbekannte Kraft hinter der französischen Formel 1

François Guiter, die unbekannte Kraft hinter der französischen Formel 1
Bildnachweis: FanF1

François Guiter, der der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt war, verstarb letzte Woche im Alter von 86 Jahren. Er war der Kopf hinter dem Engagement von Elf im Motorsport und sorgte insbesondere in den 1970er- und 1980er-Jahren für eine starke französische Präsenz in der Formel 1.

François Guiter war ein Mann im Hintergrund. Der ehemalige Soldat, Kampfschwimmer und Taucher führte seine Leidenschaft für Kommunikation zunächst zum Kino und zur Werbung, wo er mit Persönlichkeiten wie Jacques Cousteau und Haroun Tazieff zusammenarbeitete. 1967 wurde er zum Leiter der Wettbewerbsabteilung des französischen Ölkonzerns Elf ernannt.

Für diesen Mann der Tat war es selbstverständlich, das Engagement von Elf im Motorsport als Instrument zur Förderung der Marke zu nutzen. Aber Guters Projekt ging weit über ein einfaches Sponsoring hinaus. Er ging eine umfassende Partnerschaft mit dem von Ken Tyrrell geleiteten Matra-Rennstall ein, der 1969 seinen ersten Triumph feierte, als Jackie Stewart die Fahrerwertung gewann.

Es folgten weitere Siege, und Guiter überzeugte Renault, in den Motorsport einzusteigen, zunächst bei den 24 Stunden von Le Mans, dann in der Formel 1 mit seinem revolutionären Turbomotor.

1971 gründete er außerdem das berühmte Programm „Volant Elf”, ein Talentsuchprogramm, das zukünftige französische F1-Stars wie Patrick Tambay, den ersten Gewinner, Didier Pironi und Alain Prost hervorbrachte. Diese Initiative verhalf vielen Fahrern zum Aufstieg in die Spitzenklasse des Sports, was 1979 in der berühmten Startaufstellung des Grand Prix von Frankreich gipfelte, bestehend aus Arnoux, Depailler, Jabouille, Laffite, Pironi, Jarier und Tambay, zu denen im folgenden Jahr ein junger Prost hinzukam.

Obwohl Guiter sich nach den 1990er Jahren aus der Öffentlichkeit zurückzog, blieb er weiterhin engagiert und brachte Ideen ein, die die moderne Formel 1 geprägt haben, darunter der Einsatz von Onboard-Kameras in den Rennwagen. Als leidenschaftlicher und mitfühlender Mensch verstand Guiter die Widersprüche des Motorsports. Er sagte einmal: „Als Elf begann, an Wettbewerben teilzunehmen, war es gefährlich, Rennfahrer zu sein. Viele starben bei Unfällen. Ich hatte also das Gefühl, all diese Jungs in den Tod zu schicken. Im Vergleich zu meinen früheren Aktivitäten ergab das keinen Sinn.” Dieses Gefühl hallt bei den Fans noch immer nach, insbesondere angesichts der jüngsten Ereignisse.