Europäische Fahrer dominieren die Formel 1

Europäische Fahrer dominieren die Formel 1
Bildnachweis: FanF1

Auch wenn die Formel 1 ihre Grand Prix über Europa hinaus ausweitet, stammen die meisten siegreichen Fahrer nach wie vor aus dem Alten Kontinent.

Bernie Ecclestones unermüdliches Streben nach neuen Märkten verändert die Formel 1, doch die Ausweitung des weltweiten Rennkalenders hat kaum zur Diversifizierung der Fahrer beigetragen. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde die Meisterschaft um Etappen in Malaysia, China, Südkorea, Bahrain, Abu Dhabi, den Vereinigten Staaten, Russland, Mexiko und einer Vielzahl anderer Orte erweitert, oft zum Nachteil der langjährigen europäischen Etappen in Italien, Deutschland, Belgien und Großbritannien.

Die wirtschaftliche Logik ist klar: Reichere und fernsehfreundlichere Orte versprechen größere Sponsorenverträge. Die sportlichen Auswirkungen waren jedoch bescheiden. Die wenigen lokalen Talente, die aus diesen neuen Gebieten hervorgegangen sind, hatten es schwer, sich durchzusetzen. Indiens kurzer Flirt mit diesem Sport brachte Narain Karthikeyan und Karun Chandhok hervor, die beide nur wenige Saisons durchhielten, bevor der Grand Prix von Indien aus dem Kalender verschwand. Die Hoffnungen Russlands ruhten auf Vitaly Petrov und dann auf Daniil Kvyat, aber keiner von beiden schaffte den Sprung an die Spitze. Und trotz der zunehmenden Präsenz asiatischer Rennstrecken hat sich noch kein aufstrebender Star aus dem Fernen Osten durchgesetzt.

Europäische Fahrer dominieren weiterhin das Podium. Vor allem Großbritannien und Deutschland belegen nach wie vor die Spitzenplätze, wie der jüngste Grand Prix von Spanien gezeigt hat, bei dem zwei Deutsche und ein Brite die ersten drei Plätze belegten. Außerhalb Europas haben nur die Vereinigten Staaten, Australien und Südamerika einen konstanten Strom von Anwärtern hervorgebracht. Das Erbe Südamerikas ist tiefgreifend: Brasilien und Argentinien standen seit den Anfängen dieses Sports auf dem Kalender und haben einen überproportionalen Anteil an Talenten hervorgebracht.

Statistisch gesehen ist der Unterschied eklatant. Fahrer aus elf europäischen Ländern (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Italien, Österreich, Spanien, Schweden, Belgien, Schweiz und Polen) haben insgesamt 664 Grand-Prix-Siege errungen. Demgegenüber haben die Teilnehmer aus zehn außereuropäischen Ländern (Brasilien, Argentinien, Australien, USA, Kanada, Neuseeland, Südafrika, Kolumbien, Mexiko und Venezuela) nur 259 Siege errungen. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass dieser Sport zwar immer beliebter wird, aber nach wie vor auf dem alten Kontinent am intensivsten betrieben wird. Angesichts dieser Zahlen sollte Ecclestone es sich zweimal überlegen, bevor er weitere europäische Rennen streicht. Diese Daten erinnern uns daran, dass das Prestige und die Leistungen, die die Formel 1 auszeichnen, nach wie vor fest in Europa verankert sind, auch wenn der Kalender immer weiter ausgedehnt wird.