Erfahrung hat ihren Preis: die Jugend.

Erfahrung hat ihren Preis: die Jugend.
Bildnachweis: FanF1

Vor nicht allzu langer Zeit war Jugend ein wertvoller Trumpf für Formel-1-Fahrer, doch heute bevorzugen die Rennställe erfahrene Fahrer, die besser in der Lage sind, die neuen, kostspieligen Technologien zu nutzen.

Ist Jugend in der Formel 1 immer ein Vorteil? Max Verstappen würde ohne zu zögern mit Ja antworten. Der niederländische Fahrer feierte im Alter von 18 Jahren einen fulminanten Einstieg in die Welt der Formel 1 und umging die übliche Lehrzeit, um direkt an die Spitze zu gelangen. Allerdings teilen nicht alle jungen Menschen diesen Optimismus. Nehmen wir Kevin Magnussen, der mehrere Jahre an der McLaren-Akademie verbracht hat. 2014 hatte er eine respektable Rookie-Saison, holte sich bereits an seinem ersten Rennwochenende einen Podiumsplatz und brachte einem Team, das mit einem schwer zu fahrenden Auto zu kämpfen hatte, wertvolle Punkte ein. Am Ende der Saison wandte sich McLaren dem 34-jährigen Fernando Alonso zu und entließ den 23-jährigen Dänen aus dem Team. Gegen den 35-jährigen Veteranen Jenson Button konnte Magnussen nicht mithalten, und das Team zog Erfahrung der Jugend vor, um sich auf die Herausforderungen des kommenden Honda-Hybridmotors vorzubereiten. Ein ähnliches Muster zeichnete sich beim brandneuen Team Haas ab, das 2016 sein Debüt geben sollte. Aus einer langen Liste von Kandidaten wählte Gene Haas den erfahrenen 29-jährigen Fahrer Romain Grosjean, um das Projekt zu leiten, anstatt auf einen Rookie zu setzen. Gerüchten zufolge würde auch Lotus/Renault einen erfahrenen Fahrer als Ersatz für Grosjean bevorzugen und damit Hoffnungsträger wie den Briten Jolyon Palmer ausschließen, der seit der letzten Saison freitags Testrunden absolviert.

Im Rest des Feldes lautet die Botschaft dieselbe: Kontinuität und Erfahrung bleiben der Schlüssel zum Erfolg. Fahrer wie Felipe Massa, Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg und Kimi Räikkönen würden dem sicherlich zustimmen.

Da dieser Sport technologisch immer anspruchsvoller wird und die Fahrer neben ihrer Geschwindigkeit auch ein ausgeprägtes Gespür für das Management beweisen müssen, verändert sich die Landschaft. Dennoch müssen erfahrene Fahrer – Verstappen, Felipe Nasr, Carlos Sainz Jr. und andere – weiterhin berücksichtigen, dass die erfahrenen Veteranen auch in Zukunft die Formel 1 prägen werden.