Das Haas-Team zeigte eine beeindruckende Leistung im Qualifying, konnte sich aber beim Grand Prix erneut nicht durchsetzen.
Die Geschichte wiederholt sich. Nach einigen vielversprechenden Momenten zu Beginn der Saison 2022, insbesondere dank der Leistungen von Kevin Magnussen, glaubten viele, dass Haas endlich die Wende geschafft hatte. Aber diese Hoffnungen waren nur von kurzer Dauer. Das Team von Günther Steiner hatte Rennen für Rennen mit Schwierigkeiten zu kämpfen, und die versprochenen Verbesserungen wurden mit einer Verspätung geliefert, die selbst die SNCF erröten lassen würde.
Der Höhepunkt wurde beim Grand Prix von Kanada erreicht. Die Qualifikationen waren solide, ja sogar brillant verlaufen, und eine dritte Startreihe ließ vermuten, dass eine doppelte Punktplatzierung in Reichweite war. Doch am Sonntag auf der Île Notre-Dame nahm die Geschichte eine andere Wendung. Magnussen beschädigte gleich zu Beginn seinen Frontflügel, was ihn bei seinem Boxenstopp wertvolle Zeit kostete, während Mick Schumacher seinen vielleicht besten Start hinlegte und sich kurzzeitig in einer Position hielt, die ihm Punkte einbringen würde.
Doch die alten Dämonen des Teams waren noch nicht besiegt. In der Hitze des Gefechts gab Schumachers weißer Wagen einfach auf und blieb wenige hundert Meter vor dem Ende des zweiten Sektors stehen. Ein Auto war aus dem Rennen, das andere weit abgeschlagen – ein Szenario, das für jedes andere Team katastrophal gewesen wäre. Haas befindet sich nun in einer schwierigen Lage, aber es wäre ein ermutigendes Zeichen, wenn es dem Team gelänge, das Pech zu überwinden, das es seit seiner Gründung verfolgt. Dann könnte das amerikanische Team zwei konkurrenzfähige Autos im Mittelfeld aufstellen, gelegentlich die Spitzenreiter herausfordern und einer eher glanzlosen Saison etwas dringend benötigte Spannung verleihen.