Saison für Saison rutscht Sauber in der Rangliste weiter ab, doch der Tiefpunkt könnte der Auslöser für ein starkes Comeback sein. Die Zukunft des Teams hängt nun jedoch von einem potenziellen Investor ab, der dem finanziell angeschlagenen Schweizer Team zu Hilfe kommen könnte.
Die Kollision zwischen den Sauber C35 von Felipe Nasr und Marcus Ericsson in Rascasse in den letzten Runden des Grand Prix von Monaco unterstreicht die Herausforderungen, denen sich das Schweizer Team derzeit gegenübersieht. Während des Wochenendes in Monaco verließ Monisha Kaltenborn ihr Motorhome, um eine seltene öffentliche Erklärung zur ungewissen Zukunft von Sauber abzugeben. Es ist nie einfach, als unabhängiges Team unter den Giganten dieses Sports anzutreten, und seit Peter Sauber das Team von BMW gekauft hat, ist diese Aufgabe nur noch schwieriger geworden. Kaltenborn leitet seit mehreren Saisons eines der ältesten Formel-1-Teams, aber die Finanzierung wird für ein Team, das keine soliden Ergebnisse vorweisen kann und daher Schwierigkeiten hat, Sponsoren zu gewinnen, immer problematischer.
Im vergangenen Jahr brachte die Verpflichtung von Felipe Nasr eine willkommene Finanzspritze von der Banco do Brasil, die Sauber kurzfristig finanzielle Entlastung verschaffte – gerade genug, um die blau-gelbe Lackierung der Autos beizubehalten und weiter nach einem soliden Investor zu suchen, der das langfristige Überleben des Teams sichern kann.
Infolgedessen gibt es seit Monaten Spekulationen über potenzielle Käufer. Ferrari ist der Name, der am häufigsten genannt wird, wobei über die Umwandlung von Sauber in ein B-Team unter der Marke Alfa Romeo diskutiert wird. Die italienische Marke, die zu Fiat gehört, erwägt offenbar eine Rückkehr in die Formel 1 und sieht ein etabliertes und erfahrenes Team als Abkürzung, um die Schwierigkeiten zu umgehen, die mit der Gründung eines neuen Rennstalls von Grund auf verbunden sind.
Kaltenborn hat sich jedoch stets geweigert, sich zu den finanziellen Aspekten zu äußern, und es gibt keine glaubwürdige Bestätigung für Verhandlungen über eine Übernahme. In der Zwischenzeit kämpft Sauber weiter um Ergebnisse und hofft, in Kanada die ersten Punkte der Saison zu holen, um seinen nächsten Verfolger Manor hinter sich zu lassen.