Das Ende der Langeweile auf den Straßen von Baku

Das Ende der Langeweile auf den Straßen von Baku
Bildnachweis: FanF1

Der Große Preis von Europa in Baku sorgte nicht gerade für Begeisterungsstürme: Eine vorhersehbare Rennstrecke, keine wirklichen Herausforderungen und zu vorsichtige Fahrer sorgten für ein langweiliges Wochenende ohne nennenswerte Ereignisse.

Aserbaidschan hat am vergangenen Wochenende seinen ersten Formel-1-Grand-Prix auf einer Rennstrecke veranstaltet, die sich durch die historischen Straßen von Baku schlängelt. Die mittelalterliche Kulisse bot zwar einen beeindruckenden Anblick, doch das Rennen selbst weckte nicht die Begeisterung, die sich viele erhofft hatten.

Die Strecke, die von langen Geraden und einer Reihe von 90-Grad-Kurven geprägt war, bot nicht das spektakuläre Schauspiel, das sich die Organisatoren vorgestellt hatten, insbesondere in der Altstadt, wo die Strecke zwischen den Mauern zu einer einzigen Spur verengt ist.

Im Gegensatz zum vorangegangenen GP2-Rennen, das eine Reihe von Zwischenfällen mit sich brachte, entwickelte sich das Formel-1-Rennen zu einer eher langweiligen Parade. Die Autos erreichten ihre Höchstgeschwindigkeit und überholten hauptsächlich auf der Startgeraden, unterstützt durch DRS und den Windschatteneffekt, anstatt durch echte Kämpfe auf der Strecke.

Das einzige nennenswerte Duell wurde abrupt durch eine umstrittene Strafe für Kimi Räikkönen unterbrochen, der die weiße Linie am Eingang zur Boxengasse überfahren hatte – ein Verstoß, den viele andere Fahrer ohne Konsequenzen begangen hatten. Letztendlich erinnert die viel beachtete Rennstrecke von Baku an die viel kritisierte Rennstrecke von Valencia, auf der vier Saisons lang der Grand Prix von Europa ausgetragen wurde und die ebenfalls die F1-Gemeinde nicht überzeugen konnte. Wird Aserbaidschan es schaffen, länger im Kalender zu bleiben? Ohne Tradition im Motorsport erscheint seine Aufnahme bereits anachronistisch, und eine Rennstrecke, die keine universelle Anziehungskraft hat, bietet nur wenige Vorteile. Wie die Geschichte jedoch zeigt, legen Bernie Ecclestone und die FIA oft Wert auf die nicht-sportlichen Vorteile von Gastgeberländern, die keine lange Tradition in der Formel 1 haben – ein Ansatz, der nie besonders konsequent war.