Alpine veröffentlichte einen kurzen Tweet mit zwanzig Wörtern und einem lächelnden Emoji, um den Abschied von Esteban Ocon bekannt zu geben – ziemlich wenig für einen Fahrer, der so viel zum Team beigetragen hat.
„Danke, Esteban. Wir haben besondere Momente miteinander geteilt und wünschen dir alles Gute für die Zukunft.“ Zwanzig Worte, ein kleines Herz-Emoji und sonst nichts: nicht einmal eine eigene Infografik, nur ein Foto von Esteban Ocon, der vor einer blau-weiß-roten Flagge steht. Das scheint ein wenig dürftig, nicht wahr?
Viele Fans denken genauso. Und die Nachricht ist auf Englisch, was seltsam erscheint, wenn man einem französischen Fahrer Tribut zollt, der für ein französisches Team neben einem anderen französischen Teamkollegen fährt. Es ist seltsam, ihm nicht in der Sprache Molières Tribut zu zollen. Zwar ist Englisch mittlerweile die Lingua franca dieses Sports, aber andere Teams veröffentlichen immer noch Botschaften auf Spanisch, Portugiesisch oder in anderen Sprachen. Abgesehen von der Frage der Sprache sind es diese zwanzig Worte, die beleidigend wirken. Wie kann man den Mann ignorieren, der Alpine-Renault den einzigen Sieg der Moderne beschert hat? Wie kann man den Fahrer ignorieren, der alles für die Marke, seine Mitarbeiter und seine Fans gegeben hat? Wir könnten seine Erfolge weiter aufzählen, aber wir belassen es dabei. Der einst wie ein König gefeierte Normann wurde schnell zum hässlichen Entlein. Hat die Ankunft einer bestimmten neuen Figur etwas damit zu tun? Das überlassen wir Ihrer Beurteilung.
Einen talentierten Fahrer gehen zu lassen, nur damit er für ein anderes Team testen kann, scheint grenzwertig. Alpine war noch nie zuvor so direkt gewesen. Als Fernando Alonso noch da war, war die Führung nicht so streng – erinnern Sie sich an seine „El Plan”-Lackierung, die für Aufsehen sorgte? Wir sind nicht neidisch, aber es wirft Fragen darüber auf, wie die Fahrer behandelt werden. Wird Pierre Gasly das gleiche Schicksal ereilen, wenn Oliver Oakes und Flavio Briatore, die immer zu Intrigen bereit sind, genug von ihm haben? Als französische Fans hoffen wir, dass dies nicht der Fall sein wird. Ob man ihn nun mag oder nicht, Ocon hat das nicht verdient. Angesichts des Motorprogramms für 2026 ist die Entlassung von Esteban Ocon – und, nicht zu vergessen, von Bruno Famin – jedoch verwirrend. Die Erklärung von Alpine lautete lediglich: „Danke, Esteban. Wir haben gemeinsam großartige Momente erlebt und wünschen dir viel Glück für die Zukunft.“ Wir stimmen zu, das ist fast schon grausam.