Alonso: Die Schwächen von Ferrari

Alonso: Die Schwächen von Ferrari
Bildnachweis: FanF1

Fernando Alonso hoffte, dass ein Sieg mit Ferrari sein ultimativer Triumph sein würde und seinen Status als Legende neben diesem legendären Rennstall festigen würde. Aber nach fünf turbulenten Jahren endet diese Partnerschaft ohne Ergebnis, ohne einen einzigen Meistertitel auf seinem Konto.

Als Fernando Alonso 2010 nach Maranello kam, schien ihre Partnerschaft eine glänzende Zukunft zu haben: Ein Sieg in Bahrain beim ersten Rennen der Saison ließ ein neues Kapitel für den Fahrer und die einst dominierende Scuderia erwarten. Doch das Debakel am Saisonende in Abu Dhabi – eine Strategie, die Mark Webber begünstigte und Sebastian Vettel den Titel einbrachte – gab den Ton für ein nicht eingehaltenes Versprechen an, das die vier Jahre des Spaniers bei Ferrari überschatten sollte.

Die folgende Geschichte drehte sich weniger um die reine Geschwindigkeit als vielmehr um den Verlust des Zusammenhalts innerhalb von Ferrari. Unter der Leitung von Stefano Domenicali funktionierte das Team nicht mehr mit der akribischen Einheit, die Jean Todt gepflegt hatte, und Alonsos bekanntes hitziges Temperament geriet zunehmend in Konflikt mit der neuen Ordnung. Seine Streitigkeiten über Funk mit seinen Ingenieuren, seine öffentlichen Ausbrüche und ein berüchtigter Vorfall beim Qualifying in Monza – wo er sich zu der Äußerung hinreißen ließ: „Ich soll ihn vorbeilassen? Ihr seid wirklich Idioten. Mamma Mia…“, bevor er versuchte, die Beleidigung zu mildern, indem er behauptete, er habe „Genies“ gesagt – deuteten allesamt auf eine wachsende Kluft hin. Alonsos Bilanz auf der Rennstrecke war in diesen Jahren durchwachsen. 2012 fuhr er den untermotorisierten F2012 zu drei Siegen und hielt bis zum letzten Grand Prix mit Vettel mit, eine Leistung, die ihm den inoffiziellen Titel „bester Fahrer“ der Saison eingebracht hätte. Aber ohne Meistertitel schienen diese Erfolge bedeutungslos. Die Verpflichtung von Kimi Räikkönen im Jahr 2011 wurde weithin als Signal interpretiert, dass Alonso nicht mehr der unangefochtene Anführer im Team war. Die Verlängerung seines Vertrags im September 2012, der ihn bis Ende 2016 an Ferrari band, wurde vom Spanier als Beweis seiner Loyalität dargestellt: „Solange ich noch motiviert bin und nach Siegen strebe, möchte ich weitermachen, und wenn ich weitermache, dann nur mit Ferrari.“ Zwei Jahre später war die Partnerschaft jedoch zum Stillstand gekommen. Keine Siege, nur zwei Podiumsplätze und ein sechster Platz in der Fahrerwertung unterstrichen die Enttäuschung.

Die Ankunft von Marco Mattiacci und dann Maurizio Arrivabene an der Spitze des Rennstalls markierte den Beginn einer strukturellen Umgestaltung, ein Prozess, der zur Ernennung von Sebastian Vettel führte, einem frischen Wind, der zu konsolidieren drohte, was Alonso nicht geschafft hatte. Für den ehemaligen zweifachen Weltmeister bleibt es die bitterste Ironie seines Albtraums bei Ferrari, dass sein deutscher Rivale dort Erfolg hat, wo er selbst gescheitert ist.